FIP (feline infektious peritonitis)
Wenn Katzenbesitzerinnen und -besitzer, vor allem aber Züchter, vom Tierarzt
mit den drei Buchstaben FIP konfrontiert werden, ruft dies bei ihnen allergrösstes
Unbehagen hervor. FIP steht für "Feline infectious peritonitis"
, eine durch einen Virus bedingte Katzenkrankheit, die in den meisten Fällen tödlich
endet.
Zwei Formen der FIP werden unterschieden: Die trockene Form und die feuchte
Form. Der verantwortliche Virus gehört zur Gruppe der Corona-Viren. Bei
der feuchten Form der FIP kommt es in der Folge zu einem Bauchhölen- und
/ oder zu einem Brusthölenerguss.
Bei der trockenen Form gestaltet sich die Diagnose weitaus schwieriger. Aufgrund
der Krankheitssymptome und der Blutuntersuchung kann die Verdachtsdiagnose FIP
gestellt werden. Doch recht häufig wir die endgültige Diagnose erst
nach dem Tod der Katze, durch eine Sektion, bestätigt.
Der direkte Virusnachweis ist möglich, jedoch ist dieses FIP-Diagnoseverfahren
noch nicht für die routinemässige Laboruntersuchung erhältlich,
da es noch mit einem zu grossen Aufwand und Kosten verbunden ist.
Seltene Spontanheilungen
Meist beginnt die Erkrankung bei den Katzen mit Fieber, Fressunlust, Depressionen,
Gewichtsverlust, Koordinationsstörungen, Augenerkrankungen, und sie endet
in den meisten Fällen tödlich. Seltene Spontanheilungen sind trotzdem
immer wieder vorgekommen, so dass zumindest im Anfangsstadium der Erkrankung
eine Therapie versucht werden muss. Leider ist jedoch zu sagen, dass die meisten
betroffenen Tiere schliesslich durch den Tierarzt erlöst werden müssen.
Rund 50 Prozent aller Katzen in der Schweiz sind mit diesem Virus schon einmal
in Berührung gekommenund weisen einen sogenannten Corona-Virus-Antikörpertiter
auf. Ein erhöhter Titer heisst nicht, dass die Katze zwangsläufig
an einer FIP erkranken oder sterben muss. Coronaviren können auch im Magen-Darm-Bereich
zu einer Erkrankung führen und somit zu einem Titeranstieg Anlass geben,
ohne dass das Tier eine FIP-Erkrankung durchmachen muss.
Neuere Studien der amerikanischen Tierärzte Addie und Jarrett (1992), sowie
der Schweizer Veterinäre H. Lutz und D. Fehr und andere (1994) lassen jedoch
hoffen, dass dieser Erkrankung endlich die Stirn geboten werden kann.
Zu einem wird in der Schweiz ab Februar 1995 bei den Tierärzten ein Impfstoff
zur Verfügung stehen, der bei noch nicht infizierten Tieren einen guten
Schutz gegen eine Infektion verspricht. Zum andern haben die Forschungsergebnisse
von Addie und Jarrett gezeigt, dass bei Jungtieren von FIP-positiven Katzenmüttern
erst nach der sechsten Woche eine Coronavirusinfektion erfolgen kann. Vorher
sind die Jungtiere durch Antikörper von der Mutter geschützt.
Dies ist für Züchter mit Problembeständen sicher eine Chance,
ihre Jungtiere vor der sechsten Lebenswoche zu separieren und sie anschliessend
mit dem Impfstoff zu schützen. Bei bereits infizierten Tieren nützt
die Impfung zwar nichts mehr, aber das Tier nimmt auch keinen Schaden. Tiere
sollten erst ab der 16. Lebenswoche erstmals geimpft werden. Nach vier Wochen
erfolgt die zweite Impfung. Danach wird jährlich geimpft.
Der Impfstoff wird der Katze in die Nasenhöhlen verabreicht. Studien an
1.6 Millionen geimpften Katzen in den USA haben keinerlei unerwünschte
Nebenwirkungen ergeben.
Wichtige Vorkehrungen
Sind in einer Wohnung schon einmal FIP-Fälle aufgetreten, so empfiehlt
es sich die Zimmer gut zu reinigen und zu desinfizieren. Gegenstände, die
für die frühere, erkrankte Katze verwendet wurden ( Bürsten,
Futtergeschirr, Körbe etc. ) sind zu vernichten. Der Virus stirbt wegen
seiner Wärmeempfindlichkeit bei Raumtemperaturen über 25 Grad Celsius
in rund 24 Stunden. Trotz all dieser Massnahmen empfiehlt es sich, rund zwei
bis drei Wochen zu warten, ehe man eine neue Katze zu sich nach Hause nimmt.
Abschliessend kann gesagt werden, dass nach neuesten Erkenntnissen, der neue
Impfstoff sicher zu schützen vermag, sofern die Katze nicht schon vor der
Impfung mit dem Coronavirus infiziert worden ist.
© Heinz Berli
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