Ferien: Mit oder ohne Haustier?
Familie Meier will mit ihrem Hund ihrer Katze ins benachbarte Frankreich in
die Sommerferien reisen. Alles ist gepackt, auch die Tiere sind im Auto, als
Herr Meier leicht verunsichert seine Frau fragt: „Hilde, brauchen eigentlich
unsere Tiere auch so etwas wie einen Pass, wenn wir die Grenze überqueren?“
Vorher alles überlegen
Solche und andere Fragen sollten sich Tierhalte besser nicht erst kurz vor der
Abreise Stellen. Natürlich bauchen „Fido“ und „Mieze“
für den Grenzübertritt gewisse Dokumente. So verlangen alle benachbarten
Länder für Tiere einen gültigen Impfausweis. Frankreich schreibt
zusätzlich die Staupenimpfung für Hunde vor. Zudem ist ein allen Ländern
ein gültiger internationaler Impfpass vorzuweisen.
Die Tollwutimpfung sollte entweder 30 Tage vor der Einreise erfolgt sein oder
aber nicht länger als ein Jahr zurückliegen. Je nach Staat wird zusätzlich
ein vom Tierarzt ausgestelltes Gesundheitszeugnis verlangt. Fragen Sie Ihren
Tierarzt, oder wenden Sie sich an die zuständigen Konsulate derjenigen
Länder, die Sie zu bereisen gedenken.
Alle wichtigen Informationen zu diesem Thema sind auch auf der Webseite www.bvet.ch
zu finden.
Für gewisse Länder brauchen auch Sie zusätzliche Impfungen oder
Medikamente, um eventuellen Krankheiten vorzubeugen. In gewissen Ländern
gilt dies auch für Ihr Tier. In den meisten südlichen Ländern
muss man mit Krankheiten wie etwa der Piroplasmose rechnen. Diese wird durch
Zecken auf das Tier übertragen und kann bei Hunden eine Bluterkrankung
auslösen.
Eine vorbeugende Impfung ist daher sinnvoll. Sie ist jedoch im Abstand von vier
Wochen zu wiederholen und sollte daher mindestens sechs bis acht Wochen vor
Reisebeginn erfolgen.
Genauso wie Sie für sich eine kleine Reiseapotheke einpacken, sollten Sie
auch für Ihre Tiere einige Medikamente mitnehmen. Grund für einen
Tierarztbesuch im Ausland könnte nur schon leichter Durchfall oder eine
Augenentzündung sein. Mit ein paar wenigen Medikamente sind solche Unannehmlichkeiten
zu lindern und zu heilen. Fragen Sie Ihren Tierarzt, er wird Ihnen bestimmt
eine kleine Tierreiseapotheke zusammenstellen.
Hunde gehören während der Fahrt im Auto stets hinter ein Netz oder
in eine spezielle Hundebox, Katzen in eine Katzenbox. Vergessen Sie nicht, Ihre
Tiere von Zeit zu Zeit mit Wasser zu versorgen und den Hunden gelegentlich mit
einem Spaziergang die Möglichkeit zu geben, sich zu versäubern.
Auf Flugreisen wird Ihrem Liebling meist ein Platz in einer speziellen Box im
Gepäckraum zugewiesen. Dies könnte das Tier verängstigen. Für
solche Fälle hält Ihr Tierarzt ein leichtes Beruhigungsmittel bereit.
Oftmals ist es ohnehin bessern, den Tieren einen derartigen Ferienstress zu
ersparen. Sofern sich jemand findet, der ihr Tier zu Hause in der gewohnten
Umgebung versorgt oder der es zu sich nach Hause nimmt, ist ihm bestimmt besser
gedient.
Tierpension als Ausweg
Eine weitere Möglichkeit, Haustiere während der Ferien unterzubringen,
ist die Tierpension. Da aber solche Plätze sehr begehrt sind, sollte man
sich frühzeitig darum kümmern. Leider müssen wir Tierärzte
und die Tierheime immer wieder feststellen, dass Tiere während der Ferienzeit
kurzfristig ausgesetzt werden.
Es kann nicht genug betont werden, dass sich Tierhalter ihrer Verantwortung
gegenüber ihren Tieren auch während dieser Zeit bewusst sein müssen.
Zahlreiche Hotels werben mit einem tierfreundlichen Image – warum diese
Angebote nicht prüfen und sich und seinem Tier einen wirklich erholsamen
Urlaub gönnen?
© Heinz Berli
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