Würmer: Ungeliebte Parasite
Astor, der drei Monate alte Berner Sennenhund, wird von seiner neuen Besitzerfamilie
direkt vom Bauernhof abgeholt. Die beiden Kinder freuen sich schon seit Wochen
auf diesen Moment. Um so verständlicher ihre Reaktion, als der kleine Welpe
in seiner Freude die beiden Kinder im ganzen Gesicht ableckt.
Nicht Aussergewöhnliches
Doch der erste Schreck folgt zu Hause, als die Familie beim ersten Kotabsatz
von Astor feststellt, dass der junge Hund massiv verwurmt ist. Dies ist nichts
Aussergewöhnliches, sind die meisten jungen Hunde und Katzen doch durch
die Muttermilch mit Spülwürmern infiziert. Daher sollten Jungtiere
schon im Alter von drei bis vier Wochen zusammen mit ihrer Mutter von den ungeliebten
Parasiten befreit werden. Die nächste Entwurmung sollte vom Besitzer unmittelbar
nach der Uebernahme des Tieres zu Hause gemacht werden. Jungtiere sollten dann
alle vier bis sechs Monate behandelt werden.
Erwachsene Haustiere können sich immer wieder mit Rund- und Plattwürmern
anstecken. Bedingt durch die natürliche Nahrung der Tiere – Fleisch,
Mäuse, Fische und vor allem Organabfälle – sowie Flohbefall,
bestehen zahlreiche Infektionsherde. Und weil Haustiere in engen Kontakt mit
Menschen, vor allem mit Kindern, leben, können die Würmer von Hunden
und Katzen nicht nur die Tiere krankmachen. Sie können in einigen Fällen
auch auf den Menschen übertragen werden. Solche Krankheiten nennt man Zoonosen.
Meist im Magen oder Darm.
Die verschiedenen Würmer leben in unterschiedlichen Organen und Geweben
in ihrem Wirt. Die meisten Rund- und Plattwürmern finden sich im Magen-Darm-Trakt
von Hunden und Katzen. Die Eier oder Larven werden deshalb meist über den
Kot ausgeschieden.
Mit Kotuntersuchungen wird ein möglicher Wurmbefall bei Hunden und Katzen
nachgewiesen. Ein „Häufchen“ kann mit blossem Auge betrachtet
völlig wurmfrei erscheinen. Erst nach der Aufbereitung und der anschliessenden
mikroskopischen Untersuchung sind die zum Teil massiven Verwurmungen festzustellen.
Sofern die Tiere nicht periodisch mit einem Breitbandwurmmittel behandelt werden,
sind regelmässige Kotuntersuchungen durch den Tierarzt bei Hunden und freilebenden
Katzen zu empfehlen. Grosse Beachtung ist dem Flohbefall von Hunden und Katzen
zu schenken. Bandwürmer werden auf Hunde durch Flöhe übertragen,
auf Katzen durch Flöhe und Mäuse.
Immer wieder werden wir Tierärzte auf den Fuchsbandwurm (Echinococcus m.)
angesprochen. Die Angst von einer Ansteckung über die Haustiere ist gross.
Doch von unseren Haustieren droht weniger Gefahr als vor unserem eigenen Verhalten.
Wer ungewaschene Waldbeeren isst, geht das Risiko ein, sich mit dem Fuchsbandwurm
zu infizieren. Denn an den Beeren, vor allem an denjenigen in Bodenähe,
können Kotreste von Füchsen haften.
Wirksame Mittel
Ist der Wurm einmal bei einem Haustier „drin“, kann der Tierarzt
mit wirksamen Entwurmungsmitteln helfen. Vor Knoblauchkuren und anderen als
„natürlich“ angepriesenen Mitteln sollte man jedoch absehen.
Sie helfen selten und täuschen nur eine gefährliche Sicherheit vor.
© Heinz Berli
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